Ackermann Gemeinde Würzburg

Wegen der Corona-Pandemie mussten auch wir von der Ackermann-Gemeinde schon einige Veranstaltungen absagen und Begegnungen ausfallen lassen. Auch öffentliche Gottesdienste waren auf staatliche Anordnung hin untersagt. Nur Gottesdienste im kleinen Kreis waren auf kirchliche Weisung hin gestattet.

Der Termin für den Gemeinschaftsgottesdienst der Ackermann-Gemeinde, der für Freitag, 24. April 2020, - wie üblich in der Kiliansgruft des Neumünsters in Würzburg - geplant war, rückte immer näher. Sollten wir auch diesen für unsere Gemeinschaft so wichtigen Termin verfallen lassen?

Pfarrer Adam Possmayer, der diesen Gottesdienst übernommen hatte, kam nun auf die Idee, diesen Gemeinschaftsgottesdienst in seine Pfarrkirche St. Ludwig nach Marktbreit zu verlegen. Dort hatte er bereits die Abstandsregeln und Hygienevorschriften für Gottesdienste in seiner Pfarrgemeinde vorgesehen. Stellvertretend für die sonstigen Teilnehmer an den Gemeinschaftsgottesdiensten durften Martina Bachmann, meine Frau und ich an diesem Gottesdienst teilnehmen.

Die Lesungstexte hat Pfarrer Possmayer vom Tag genommen. Die Lesung aus der Apostelgeschichte 5,34-42 hat Martina Bachmann übernommen. Die Stelle aus dem Evangelium Joh 6,1-15 verkündete uns Pfarrer Possmayer und legte sie aus. Ganz individuell hatte er die Fürbitten formuliert, die Hildegard Dörr vortrug.

„1. Für unsere Ackermann-Gemeinde und für alle Mitglieder in den Landsmannschaften der Aussiedler und Vertriebenen: Lass das Vorbild Christi uns immer wieder neu und besonders jetzt, in dieser Zeit der Pandemie, Maß und Richtschnur sein.
2. Wir beten für alle Menschen, die ihr Leben ohne Beziehung zu dir gestalten, die von dir nichts mehr erwarten: Lass sie erkennen, dass ein lebendiger Glaube sie bereichern und ihnen Hoffnung schenken kann, die über dieses Leben hinausreicht.
3. Für die Kirche bei uns und in den Herkunftsländern unserer Aussiedler und Vertriebenen: Schenke ihr den Geist, dass sie deine liebende Nähe und befreiende Botschaft verkünden und leben kann.
4. Für die Politiker und Verantwortlichen bei allen Völkern der Erde: Stärke sie in ihrem Bemühen um Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Bewahrung der Schöpfung und schenke allen, die Wege eingeschlagen haben, die den Menschen schaden, Einsicht und Umkehr.
5. Für alle unsere Lieben, mit denen wir das Leben geteilt haben und die jetzt nicht mehr unter uns sind: Wir gedenken heute besonders der Verstorbenen der Ackermann-Gemeinde, die Gott, der Herr, in den letzten Monaten in sein ewiges Reich gerufen hat: Lass sie und alle Verstorbenen bei dir geborgen sein.“

Für jeden der namentlich vorgetragenen Verstorbenen entzündete Pfarrer Possmayer ein Teelicht auf dem Altar:

  • Burkard Zürrlein, der Neffe von Msgr. Frühmorgen
  • Karl-Heinz Utschig, der Vater von ehemals in der Jungen Aktion verantwortlichen Kindern
  • Hans Zeckel, ein langjähriges Mitglied im Diözesanvorstand der Ackermann-Gemeinde und Vertreter im Dekanatsrat Würzburg Stadt
  • Pfarrer Markus Goller, dem Geistlichen Beirat der Ackermann-Gemeinde im Erzbistum Bamberg
  • Pfarrvikar Zbigniew Jan Gulbicki, dem langjährigen Geistlichen Beirat des Sachausschusses „Nachbarschaft-Partnerschaft-Integration“ im Diözesanrat.

Der Gottesdienst war geprägt durch österliche Lieder, die an der Orgel von Frau Fröhlich vorgetragen wurden. Zur Einführung erklärte ich das Wandernagelkreuz, das der Ackermann-Gemeinde am 16. März 2020 übergeben wurde und für ein Jahr anvertraut ist. Während des Gottesdienstes stand es vor dem Altar neben einer Figur des auferstandenen Christus. Nach der Kommunion trug ich das Versöhnungsgebet von Coventry vor. Die Anwesenden bestärkten die jeweilige Aussage mit den Worten „Vater, vergib“.

Wir bedankten uns ganz herzlich – mit dem nötigen Abstand – von Pfarrer Possmayer. Wir hoffen, dass wir den nächsten Gemeinschaftsgottesdienst in größerer Zahl wieder gemeinsam feiern können.

Hans-Peter Dörr

Am 3. April 2020 verstarb unser lieber Freund Hans Zeckel im Beisein seiner Familie zu Hause in Heidingsfeld.

Viele Jahre hat er im Diözesanvorstand die Arbeit der Ackermann-Gemeinde mitgeprägt. Ab 1976 war er hier für die „Jungen Familien“ zuständig. Zahlreiche Treffen im Sommer und im Advent entwickelten sich daraus. Im Jahre 2000 wollte er nicht mehr für den Vorstand kandidieren, um „Jüngeren Platz zu machen“. Von 2002 bis 2010 vertrat er aber noch die Ackermann-Gemeinde im Dekanatsrat Würzburg-Stadt.

Es hat Hans nie zu Führungspositionen hingezogen. Er war stets ein kritischer Begleiter unserer Arbeit. Da er sehr praktisch veranlagt war, hat er angepackt, wo es notwendig war. Ein besonderes Talent zeigte er beim Fotografieren. So hat er uns viele fotografische Eindrücke von ganz verschiedenen Gelegenheiten hinterlassen. Seine Bildkarten haben vielen Menschen Freude und Trost gespendet. 

So oft er konnte, zog es ihn mit der Ackermann-Gemeinde in seine Heimat nach Böhmen. So war er noch bei der Januar-Fahrt 2018 nach Philippsdorf dabei. Wigbert Baumann erinnert sich noch heute an die „schönen Gespräche“ auf der Rückbank im Auto während der Fahrt. Seine besondere Liebe galt Maria Stock. Viele Diskussionen drehten sich um den Wiederaufbau von Kirche und Gasthaus.

Es ist bedauerlich, dass wir in Corona-Zeiten nicht persönlich von ihm Abschied nehmen können. Bei nächster Gelegenheit wollen wir in unserem Monatsgottesdienst an ihn gedenken. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen beiden Töchtern. 

Möge er in Frieden ruhen.

Hans-Peter Dörr
Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Würzburg

 

Nach dem Totengedenken und der Kranzniederlegung durch OB Schuchardt am Hauptfriedhof Würzburg am 16. März 2020 wurde der Ackermann-Gemeinde Würzburg das Wandernagelkreuz sowie die Versöhnungsstatue für ein Jahr überreicht.

Auf die Frage von Frau Dr. Elisabeth Peper von der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg, was die Übernahme des Wandernagelkreuzes und der Versöhnungsstatue für die Ackermann-Gemeinde bedeutet, antwortete der Diözesanvorsitzende, Herr Hans-Peter Dörr:

"Wir erhalten diese beiden Versöhnungszeichen in unruhigen Zeiten. Wie hatten wir uns z. B. doch an die Reisefreiheit innerhalb der EU gewöhnt. Das Corona-Virus baut wieder Schutzmauern zwischen den Staaten auf. Gerne hätte ich heute an dieser Stelle Gäste aus unserem Nachbarland Tschechien begrüßt: Bischof Tomaš Holub, Borromäerinnen aus Prag und Prachatitz und schließlich die Spitze unserer Schwesterorganisation, der Sdružení Ackermann-Gemeinde, aus Prag. Ihnen allen wurde ein Kommen verwehrt. Dennoch werden wir ihre Worte auf dem anschließenden 'Weg der Versöhnung' zu Gehör bringen. Sie sind in Gedanken und im Gebet mit uns vereint. Wir sind der ökumenischen Nagelkreuzinitiative dankbar für das Vertrauen, das sie mit der Übergabe dieser Zeichen in uns gesetzt haben. Wir sehen darin eine Ermutigung für uns, die schon von unseren Gründervätern bekommene Versöhnungsarbeit mit unseren tschechischen Nachbarn fortzusetzen. Diese Zeichen der Versöhnung und Erinnerung wird die Ackermann-Gemeinde bei möglichst vielen Gelegenheiten bei uns in Würzburg und in Tschechien zu den Menschen bringen. Wir gedenken in diesem Jahr nicht nur der 75 Jahre Zerstörung Würzburgs, sondern auch 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs und 80 Jahre der Zerstörung Conventrys. Anfang nächsten Jahres begehen wir den 75. Gründungstag der Ackermann-Gemeinde. Dies sind alles Ereignisse, die uns in der Fortsetzung unserer Versöhnungsarbeit bestärken."

 Anschließend machten sich ca. 30 Personen auf den "Weg der Versöhnung" mit vier Stationen durch die Innenstadt und erklärten jeweils, warum sie gerade dort Halt machten. 

Station "Gedenkstätte der Trautenauer am Kriegerdenkmal im Husarenwäldchen": Wir sind soeben am Kriegerdenkmal vorbeigekommen und machen Halt an der Gedenkstätte der Trautenauer. Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei kamen viele Trautenauer mit dem Transport – mehr zufällig – nach Würzburg. Die Stadt Würzburg übernahm deshalb 1956 die Patenschaft über die Menschen aus der Stadt und dem Kreis Trautenau. Seit 2008 gibt es mit dem heutigen Trutnov eine Partnerschaft.

Station "Ehrenhof der Residenz": Unter der Leitung des Baumeisters Balthasar Neumann aus Eger in Böhmen, dem heutigen Cheb, wurde vor 300 Jahren der Grundstein der Würzburger Residenz gelegt. Wir haben uns im Ehrenhof versammelt, wo man am 10. März 1933 erstmals in Würzburg Bücher unliebsamer Autoren verbrannt hatte. Damals ahnte keiner, dass diese Untat als Fanal vorwegnahm, was – fast auf den Tag genau – zwölf Jahre später geschah: die Residenz selbst wurde vor 75 Jahren ein Raub der Flammen. Nach dem Wiederaufbau gehört sie seit dem 30. Oktober 1981 zum Kreis der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten.

Station "Versöhnungsdenkmal Wilhelm-Schwinn-Platz (Vorplatz St. Stephan)": Wir befinden uns hier beim „Denkmal der Versöhnung“, wo seit 2002 Mosaiktafeln in verschiedenen Sprachen, auch auf Tschechisch, zur Versöhnung mahnen. Die Stephanskirche ist die evangelische Dekanatskirche und der Sitz der ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg e.V.

Station "Jugendkirche im Kilianeum – Haus der Jugend": Hier im Kilianeum trifft sich nebenan regelmäßig der Diözesanvorstand der Ackermann-Gemeinde zu seinen Beratungen und Planungen. Das Kilianeum ist das Zentrum der katholischen Jugendarbeit, ein Ort der Begegnung von Menschen und der Planung kirchlichen Lebens. Die Jugendkirche ist ihr spirituelles Zentrum. Die Jugend ist die Zukunft Europas.

Am Montag, 16. März 2020, findet ein Requiem im Kiliansdom, das Totengedenken der Stadt Würzburg am Hauptfriedhof sowie der "Weg der Versöhnung" durch die Innenstadt der Ackermann-Gemeinde statt !!

Programm:

9.00 Uhr Requiem für die Opfer des 16. März 1945 und alle Opfer von Krieg und Gewalt im Kiliansdom mit Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran

10.30 Uhr Totengedenken der Stadt Würzburg mit Kranzniederlegung durch OB Christian Schuchardt am "Denkmal 16. März" am Hauptfriedhof sowie Segen von Bischof Dr. Franz Jung

anschl. "Weg der Versöhnung" durch die Innenstadt. Dieser endet mit einem kleinen Imbiss im Kilianeum.

Wenn wir Sie zu dieser Busreise einladen, dann ist dieser Anspruch sicher sehr ambitioniert und wird keinesfalls alle Schönheiten von Kultur und Natur dieser Landschaft erleben lassen.

Doch immerhin: wir werden von insgesamt 14 UNSECO Weltkulturerbestätten im ganzen Land davon fünf besuchen:

Kromeriz, bis heute Sommerresidenz der Olmützer Erzbischöfe, Bischofsstadt Olmütz: Dreifaltigkeitssäule und Wallfahrtskirche „Heiligenberg“, das Areal um die beiden Schlösser Lednice/Eisgrub und Valtice/Feldsberg, Wallfahrtskirche zum Hl. Nepomuk auf dem Grünen Hügel in Saar a.d. Sazawa/Zdar, die Basilika und das Beinhaus in Sedlec bei Kuttenberg/Kutna Hora.

Wir werden auch andere Orte und Personen besuchen, die nicht minder bedeutsam für Geschichte und Wissenschaft sind: P. Gregor Mendl in Brünn, dem Entdecker der Erbgesetze, oder die Teilnahme am „Marsch der Versöhnung“ im Gedenken an den Brünner Todesmarsch vom 31. Mai 1945 und die mächtige Deutschordensburg Busau/Bouzov, die Benediktinerinnen in Prag, in Erinnerung an die bis heute auf das Verhältnis von Deutschen und Tschechen nachwirkende Schlacht am Weißen Berg vor 400 Jahren am 8. November 1620 und die Basilika Velehrad, der Ort, der mit dem Wirken der Missionare Cyrill und Method verbunden ist.

Ebenso werden wir die Stadt Brünn, in welcher unser Hotel liegt, erkunden: den „Drachen“, die Kathedrale oder den „Pandur“ Baron von der Trenck in der Kapuzinergruft und die Burg Spielberg.

Bei unseren Fahrten geht es auch um die Begegnung mit Menschen: Schüler des Bischöflichen Gymnasiums in Ostrau/Ostrava, die schon in Würzburg zu Besuch waren, der deutsch-tschechische Gottesdienst in Brünn oder die Borromäerinnen in Prag-Repy mit ihrem einzigartigen Gefängnisprojekt.

Ein besonderes Naturerlebnis wird sicher der Besuch in der Punkva-Höhle im Mährischen Karst. Kulinarisch werden die Sinne angesprochen bei der Führung durch die Bischöflichen Weinkeller mit Weinprobe.

Reisezeit: 20. - 25. Mai 2020
Preis: 549,00 € für Mitglieder, 569,00 € für Nicht-Mitglieder, 90,00 € Einzelzimmerzuschlag
Inklusivleistungen: Busfahrt im Reisebus der Fa. Sommer, Unterbringung im DZ im Hotel "Europa" (Brünn), HP + 1 zusätzliches Mittagessen, Weinprobe, Führungen und Eintritte.
Anmeldeschluss: 20. April 2020

Veranstalter: Sommer-Reisen GmbH, Urspringer Weg 2, 97849 Roden.

Alle weiteren Informationen finden Sie im Reiseflyer. Flyer_Brnn-Fahrt_2020.pdf

Die Übernahme des Wandernagelkreuzes und der Versöhnungsstatue am 16. März 2020 durch den Diözesanverband der Ackermann-Gemeinde Würzburg erfolgt im Gedenken an die Zerstörung Würzburgs vor 75 Jahren.

Weiteres Gedenken prägt das Jahr, während wir diese wichtigen Zeichen der Versöhnung bei uns haben:

  • Am 8. Mai 2020 jährt sich das Kriegsende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal.
  • Seit der Zerstörung der Kathedrale von Coventry am 14./15. November 1940 sind 80 Jahre vergangen.
  • Schließlich blickt die Ackermann-Gemeinde am 13. Januar 2021 auf ihr 75. Gründungsjahr zurück.

Am Montag, 16. März 2020, beginnt bereits um 09.00 Uhr im Kiliansdom ein ökumenischer Gedenkgottesdienst. Neben unserem Diözesanbischof Dr. Franz Jung werden dabei Pilsner Bischof Tomaš Holub, der anglikanische Lordbishop Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry und die evangelische Regionalbischöfin Gisela Bornowski mitwirken.

Die Gedenkfeier an der „Gedenkstätte 16. März“ am Hauptfriedhof beginnt unter dem Thema „Versöhnung über den Gräbern“ um 10.30 Uhr mit dem Totengedenken und einer Kranzniederlegung durch Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Anschließend wird der Ackermann-Gemeinde in Person von Reinhilde Geißler und Hans-Peter Dörr das Wandernagelkreuz und die Versöhnungsstatue für ein Jahr anvertraut. Hieran schließt sich nun der „Weg der Versöhnung“ an:

  • Unter dem Thema „Krieg und Vertreibung“ machen wir am Kriegerdenkmal im Husarenwäldchen erstmals Halt. Hier wollen wir an der Gedenkstätte der Trautenauer eine Zeitzeugin der Vertreibung aus Trautenau zu Wort kommen lassen. Würzburg war viele Jahre Patenstadt für die Vertriebenen aus dem Kreis Trautenau, bis es vor zwölf Jahren zur Besiegelung der Partnerschaft zwischen Würzburg und dem heutigen Trutnov kam. Biblische Texte, Gebete und Lieder, welche die Blaskapelle Gropp begleitet, charakterisieren diese und die weiteren Stationen.
  • Auf unserem weiteren Weg versammeln wir uns unter dem Thema „Wiederaufbau und neue Heimat“ im Ehrenhof der Würzburger Residenz. Hier schildert ein Zeitzeuge seine gelungene Integration und den beruflichen Neuanfang. Die Residenz, die vom Egerer Baumeister Balthasar Neumann entworfen wurde, ist ein Symbol des geglückten Wiederaufbaus. Sie wurde im Jahre 1981 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
  • Auf dem Weg zur nächsten Station kommen wir an der Gedenkstele für den Erbauer der Residenz vorbei. Unter dem Thema „Versöhnung und Partnerschaft“ halten wir auf dem Wilhelm-Schwinn-Platz vor der evangelischen Dekanatskirche St. Stephan inne. An der tschechischen Versöhnungstafel „smíření“ schildert einer unserer tschechischen Partner unsere gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen.
  • Schließlich überqueren wir die Ottostraße und begeben uns in die Jugendkirche im Kilianeum - „Haus der Jugend“ – Ottostraße 1. Dort werden wir unter dem Thema „Verbunden als Christen in Europa“ Statements zu Europa hören.
  • Zum Abschluss lädt die Ackermann-Gemeinde zu einer Begegnung im Kreuzgang des Kilianeums ein. Bei Eintopf, „Friedensbrot“ der Bäckerei Martin Schiffer und Getränken können wir untereinander ins Gespräch kommen.
  • Von 14.30 bis 15.00 Uhr soll noch auf dem Vorplatz von St. Stephan eine Gedenkplatte „Versöhnung für Europa“ der Stadt Würzburg verlegt werden.
  • Um 15.00 Uhr findet schließlich in St. Stephan ein „Gebet für Europa“ mit den Gästen aus Coventry und Pilsen statt.
  • Weitere Veranstaltungen zum 16. März 2020 finden Sie im Flyer der Stadt Würzburg. Flyer_Stadt_Würzburg_16Maerz2020_Faltblatt.pdf

Hans-Peter Dörr

Die diesjährige deutsch-tschechische Konferenz der Sdružení Ackermann-Gemeinde in Prag beleuchtete intensiv die geschichtlichen Ereignisse, Hintergründe und Folgen rund um die Schlacht am Weißen Berg 1620. Diese bedeutete eine endgültige Glaubensspaltung zwischen der katholischen und der evangelischen Konfession.

Die gegenseitige Begrüßung der tschechischen und deutschen Teilnehmer war der gute Auftakt einer harmonischen Begegnung.

Nach der Eröffnung der Konferenz hielt Prof. PhDr. Ing. Jan Royt (Kath.-Theol. Fakultät Prag) den Einführungsvortrag. Er vermittelte ein großes Wissen um die damaligen Verhältnisse, dass die Wurzeln der Ereignisse am Weißen Berg schon im 16. Jhd. liegen und erläuterte den kulturellen Zusammenhang, der auch in der Kunst sein Echo fand. Prof. Dr. Stefan Samerski, Theologe und Historiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellte am Samstag den historischen Kontext nach den Ereignissen am Weißen Berg dar. Der sehr konzentrierte Vortrag führte in eine Podiumsdiskussion mit der Teilnahme von Mgr. Daniel Zenaty (Vorsitzender des ökumenischen Rats der Kirche), Helena Faberová (Ökumenisches Forum Christlicher Frauen, Budweis) und Prof. Stefan Samerski unter der Moderation von Dr. Martin Leitgöb (Deutsche Katholische Pfarrei in Prag). Die aufschlussreichen Beiträge machten sehr betroffen und nachdenklich.

Die Besichtigung des Klosters und des Wallfahrtsortes mit der ökumenischen Vesper am Weißen Berg bleibt in unseren Erinnerungen als gesegnete Zeit.

Eine besondere Aufgabe im Geist der Ökumene erfüllen die Benediktinerinnen vom Kloster Bila Hora, die durch ihre tätige Nächstenliebe zur Heilung beitragen. Besonders zu erwähnen ist hier Sr. Francesca Simuniová, die neben ihrer Arbeit bei "Aktion Sühnezeichen" auch als Streetworkerin unterwegs ist. Sie führte uns durch das Kloster und das gesamte Klosterareal mit seinen ermutigenden und zum Nachdenken inspirierenden Elementen. Es schloss sich eine deutsch-tschechische Vesper an. Dr. Petr Jan Vins, Generalsekretär des ÖRK, wies in seiner kurzen Ansprache darauf hin, dass wir gerade an diesem Wallfahrtsort, einem Denkmal der Vergangenheit, die Gräben zwischen uns beseitigen sollten.

Während die Mitgliederversammlung der SAG und der Spirala stattfand, kam für die übrigen Teilnehmer die Geselligkeit nicht zu kurz.

Die Eucharistiefeier in deutscher und tschechischer Sprache wurde am Sonntag mit Adolf Pintír, Geistlicher Beirat der SAG, im Horel gefeiert.

"Weg zur Ökumene in der Gegenwart" lautete der Titel des Vortrags von Mgr. et Mgr. Martin Vanac. Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Sr. Francesca geleitet. Teilnehmer waren Mgr. et Mgr. Martin Vanac, Prof. Stanislav Pribyl und Gerhard Frey-Reiningshaus. Es klangen viele ermutigende, anregende Gedanken an: Konzentration auf den gemeinsamen Glauben an Gott - auf Versöhnung in unseren Reihen hören - gemeinsam in die Zukunft blicken - immer in der nächsten Umgebung beginnen…

Mit der Danksagung von Daniel Herman endete die Tagung für uns wie immer viel zu schnell. Freundschaften konnten aufgenommen oder vertieft werden. Eine besondere Freude war für uns noch das Wiedersehen mit drei unserer ehemaligen Europäischen Freiwilligen, die zum Teil sogar bei der Tagung mitgeholfen haben.

Reinhilde Geißler, Martina Bachmann, Christa Ullmann und Evi Konrad

Vom 11. bis 13.01.2020 machte sich eine kleine Gruppe der Ackermann-Gemeinde Würzburg auf den Weg nach Nordböhmen. Neben Hans-Peter Dörr, Pfarrer Klaus Oehrlein und Wigbert Baumann nahm noch ich, die Europäische Freiwillige Kateřina Vlková, teil.

Zuerst besuchten wir Marcel Hrubý in Windisch Kamnitz/Srbská Kamenice. Marcel leistet dort einen wichtigen Beitrag bei der Restaurierung von Kirchen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Eines der vielen Beispiele ist das Pfarrhaus und die Kirche des Hl. Wenzels in Windisch Kamnitz/Srbská Kamenice. Er hat uns - wie schon so oft - im Pfarrhaus in Gersdorf/Kerhartice untergebracht.

Am Sonntag fuhren wir zu meinem Geburtstagsessen nach Warnsdorf/Varnsdorf. Dazu besuchten wir die lokale Brauerei Kocour, die an der Grenze zu Deutschland liegt. Unsere Gruppe war auch tschechisch-deutsch. Meine Mutter und meine Großmutter kamen zum Mittagessen. Sie reisten 100 km, um die Mitglieder unserer Würzburger Gruppe kennenzulernen. Meine Familie macht sich keine Sorgen um meine Zukunft hier in Würzburg, weil sie alle sympathisch fanden. Es gab jedoch Bedenken hinsichtlich unserer Lebensmittelversorgung, so dass wir Strudel und traditionelles tschechisches Gebäck mit auf den Weg bekamen.

Am Nachmittag besuchten wir Schluckenau/Šluknov. Zahlreiche Autos mit deutschen Nummernschildern hatten sich bereits vor der Kirche des Hl. Wenzels eingefunden. Ziel war die wunderschöne Landschaftskrippe, die mit großer Sorgfalt aufgebaut war. In der Ortskirche wurden wir von weihnachtlichen Liedern an der Orgel empfangen. Hier begrüßte uns freundlich Frau Dr. Eva Habel, die Direktorin der örtlichen Caritas. Sie hilft der Roma-Bevölkerung so sehr, dass sie von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde. In der Kirche waren nicht nur tschechische, sondern vor allem deutsche Besucher. Nach dem Kirchenbesuch lud uns der Ortspfarrer, P. Pavel Procházka, zu Glühwein und Tee ins Pfarrhaus ein.

Am Abend fuhren wir nach Gersdorf/Kerhartice zurück, wo wir in der Maria Magdalena-Kirche den Sonntagsgottesdienst besuchten. Pfarrer Klaus Oehrlein feierte mit uns diesen auf Deutsch und Tschechisch.

Am Montagmorgen nahmen wir am Wallfahrtsgottesdienst in Philippsdorf/Filipov teil. Dieser fand zur Erscheinungszeit Mariens um 4.00 Uhr morgens statt. Trotz der frühen Stunde war die Kirche vollbesetzt. Die Messe wurde auf Tschechisch und Deutsch gefeiert und von vielen Priestern, unter ihnen Pfarrer Oehrlein, besucht und von zwei Bischöfen (Bischof Jan Baxant aus Leitmeritz und Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz) geleitet. Unter den Feiernden befanden sich Tschechen, Deutsche, Polen und Slowaken. Ich war erstaunt, wie viele Menschen sich für diesen ungewöhnlichen Wallfahrtsort interessieren. Viele Menschen pilgerten zur Messe zu Fuß.

Nach der Messe waren wir ins örtliche Altersheim, dem früheren Redemptoristenkloster, zum Frühstück eingeladen. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Heimweg.

Zu Hause hatte ich ein Auto, mit dem ich nicht nur in Tschechien, sondern auch in Polen und Deutschland gefahren bin. Ich vermisse das Autofahren sehr. Deshalb hat es mich gefreut, dass Hans-Peter Dörr mir erlaubte, nicht nur auf dem Hinweg, sondern auch auf dem Rückweg zu fahren.

Kateřina Vlková

Auf die sogenannte goldene Regel aus dem Matthäusevangelium 7,12 fiel in diesem Jahr die Wahl des Themas für das ökumenische Friedensgebet 2020. Das Zusammenleben und der Respekt im Alltag unserer Gesellschaft und weltweit sollte somit im Fokus des Gottesdienstes stehen.

Am ersten Adventssamstag 2019 gab der Iglauer Singkreis ein vorweihnachtliches Konzert mit Chorliedern und Stubenmusik unter dem programmatischen Titel “Übers Gebirg Maria geht” unter der Leitung von Dr. Wilfried Stolle, Nürtingen, und Dr. Angelika Mehnert, Neuss. Als Veranstaltungsort diente die Kirche Maria Rosenkranzkönigin in Stockstadt am Main. Das Konzertprogramm war Teil des “Sudetendeutschen Advents”. Veranstaltet wurde dieser von der Sudetendeutschen LM (Bezirk Unterfranken, Kreisgruppe Aschaffenburg) sowie von der Ackermann-Gemeinde Würzburg. 

Das Konzert begann nach der Begrüßung durch Karlheinz Keiner mit der titelgebenden Motette “Übers Gebirg Maria geht” von Johann Eccard, komponiert um 1600. Moderator Harry Höfer nahm darauf Bezug: “Übers Gebirg Maria geht, um ihre Kusine Elisabeth zu besuchen. Beide Frauen erwarten ein Kind, und beides sollen keine gewöhnlichen Kinder werden. Eins davon ist sogar ein leibhaftiger Gottessohn, den alle schon lange sehnsüchtig erwarten. Die wunderbare Motette von Johann Eccard greift die Geschichte auf und setzt sie für uns ins Bild: Lassen Sie uns doch zusammen aufs Gebirge gehn und mit adventlichen Klängen der verheißenen Ankunft des Marienkindes entgegensehn!”

Es folgte eine Auswahl weihnachtlicher Volkslieder und Spielstücke, bei der die Zuhörer sich harmonisch auf die Adventszeit einstimmen konnten. Harry Höfer steuerte “Lyrik zum Advent” bei: Gedichte von Rilke, Trakl, Eichendorff und Kästner.

Das Schlusswort sprach Hans-Peter Dörr, Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Würzburg. Mit dem Andachtsjodler schloss das Musikprogramm, ehe sich die Teilnehmer in den Pfarrsaal zum adventlichen Beisammensein begaben. Die Kuchen und Torten hatten die Landsmannschaft und der Singkreis beigesteuert. Die zufriedenheit des Publikums fand ihren Ausdruck in vielfachem Lob und großzügiger Spendenbereitschaft. Karlheinz Keiner forderte die Anwesenden zum Abschluss auf, die Besinnlichkeit dieser Stunde mit hinaus in die Geschäftigkeit des Alltags zu nehmen und ab und zu einmal darüber nachzudenken, ob die Geschichte der Heimatvertriebenen von damals und heute nicht irgendwo eine Ähnlichkeit mit der Geschichte von Bethlehem hat.

Harry Höfer

Das Wort, lässt sich unschwer feststellen, wird aktuell inflationär benutzt: „Populist!“ Sarah Wagenknecht gilt als Populistin, Gregor Gysi erhielt das Etikett ebenso wie AfD-Mann Björn Höcke.

Vor 50 Jahren, am 13. September 1969, ernannte der damalige Würzburger Bischof Dr. Josef Stangl die Wallfahrtskirche in Retzbach zum Gebetsort für die Einheit der Christen.

­