Ackermann Gemeinde Würzburg

Den Schlusspunkt der jährlichen Wallfahrtenwochen im September zu Maria im grünen Tal in Retzbach (Kreis Main-Spessart) bildet traditionsgemäß die Wallfahrt der Aussiedler und Vertriebenen.

Die Ackermann-Gemeinde Würzburg lädt herzlich zu der Kooperationsveranstaltung der katholischen Erwachsenenverbände im Bistum Würzburg ein.

Wir laden Sie gerne zu unserer traditionellen Wallfahrt nach Retzbach am 25.09.2021. Der Gottesdienst fängt um 18:00 Uhr an und wir freuen uns Sie zahlreich zu begrüßen! Nähere Details finden Sie in dem Bild anbei.

 

Den Gottesdienst vor der Sommerpause konnten wir, immer noch mit der gebotenen Vorsicht, am 23. Juli 2021 in Euerfeld mit 20 Personen begehen. In diesem Jahr wartete eine große Überraschung auf uns.

Das Ehepaar Hedi und Klaus Müller feierte an diesem Tag ihre goldene Hochzeit und ließ uns alle in herzlicher Weise teilnehmen.

Auch die Hl. Messe, zelebriert von unserem Geistlichen Beirat Pfr. Klaus Oehrlein, war auf dieses Ereignis abgestimmt. In seiner Predigt brachte er uns ausführlich die Person des hl. Josef nahe. Josef, der große Schweigende mit der Gabe des hörenden Herzens. Der rechte Heilige für die heutige laute Zeit, in der die gegenseitige Achtsamkeit mehr denn je geboten ist. In einer Ehe so wichtig, wie in einer größeren Gemeinschaft. Als zugewandter Hörer und Handelnder ist er ein großer Fürsprecher des Glaubens. Er mahnt uns, Gottes Wort wahrzunehmen.
Tochter und Sohn des Jubelpaares sprachen die Fürbitten mit eindringlichen und dankbaren Worten.
Die Segnung des Ehepaares am Ende des Gottesdienstes berührte uns alle. Auch bei diesem Gottesdienst begleitete uns das Wander-Nagelkreuz.

Liebe Hedi, lieber Klaus, ihr hattet und habt stets ein offenes Ohr, für uns und alle die es brauchen.
Wir freuen uns mit euch über 50 gelungene und viele weitere Jahre.

Mit viel Fröhlichkeit wurde nun auf dem Gelände rund um die Bruder-Klaus-Kapelle weiter gefeiert. Die phantastische Verköstigung, gestiftet von der ganzen Familie Müller, bekam sehr großen Zuspruch. Die Gespräche untereinander waren wie immer bereichernd.
Ein schöner Ausklang des Arbeitsjahres ging zu Ende und die Trennung fiel diesmal etwas schwerer als sonst.
Die Kollekte übergaben wir der Familie Ländner–Mack für die Bruder-Klaus-Kapelle und dankten ihnen sehr für die tatkräftige Unterstützung.
Die musikalische Begleitung lag wie immer in den bewährten Händen von Hermann Gropp und Ludwig Ländner. Auch ihnen ein herzliches Dankeschön.

Bericht: Reinhilde Geißler
Foto: Hans-Peter Dörr

Der Diözesanvorstand der Ackermann-Gemeinde Würzburg überraschte seinen langjährigen 1. Vorsitzenden bei der Gratulation zu seinem 75. Geburtstag am 29.7.2021 an seinem Wohnort Margetshöchheim.

Zur gleichen Zeit wie traditionell in Prag, so feierte auch die AG Würzburg am Abend des 15. Mai den Gedenktag des Hl. Johannes von Nepomuk.

Alljährlich betet die Ackermann-Gemeinde im Rahmen der Aussiedler- und Vertriebenenseelsorge (AVS) am Freitag vor der Karwoche den Kreuzweg zum Käppele.

Am Sonntag, dem 3. Februar, feierte Pfarrer Adam Possmayer, der langjährige Diözesan-Aussiedler- und Vertriebenenseelsorger, in der Kirche Maria Regina in Obernbreit sein Silbernes Priesterjubiläum mit einem Dankgottesdienst.

Der plötzliche Tod unseres langjährigen Wegbegleiters hat uns mit großer Trauer erfüllt.

Die Ackermann-Gemeinde Würzburg trauert um einen großartigen Menschen, der zusammen mit seiner Frau Gretl viel für die deutsch-tschechische Aussöhnung getan hat. Oft gab er Zeugnis von der schweren Zeit, die er erlebt hatte. Ein letztes Mal äußerte er sich am 16.03.2020, als der Ackermann-Gemeinde das Wander-Nagelkreuz und die Versöhnungsstatue der ökumenischen Nagelkreuzbewegung verliehen wurden. Lassen wir ihn also selbst noch einmal zu Wort kommen:

„Ich heiße Werner Strik. Strik mit fünf Buchstaben. Ein tschechischer Name für eine deutsche Familie, von einem Urgroßvater stammend.
Geboren wurde ich 1930. Kindheit und Jugend verbrachte ich in einem Dorf im Schönhengstgau, einer Sprachinsel auf der Böhmisch-Mährischen Höhe. Das Dorf wurde durch die Landesgrenze in zwei Gemeinden geteilt. Aus der böhmischen wurden am 13. Juli 1945 die deutschen Bewohner brutal in die russische Besatzungszone vertrieben. Wir wohnten in der mährischen Gemeinde. Ich wurde nach zwei Monaten Lagerhaft am 30. Juni 1946 mit meiner Mutter und meinem jüngeren Bruder zwangsweise ausgesiedelt. In einem Dorf nahe dem total zerstörten Pforzheim wurden wir in ein Zimmer bei einer Kriegerwitwe eingewiesen. Freundlich und hilfsbereit hat sie uns aufgenommen.

Mein Vater wurde als Arzt zurückgehalten. Er kam zwei Monate später nach Hofheim in Unterfranken. Am 18. Oktober 1946 war dort unsere Familie wieder vereint. Nur unser Vater hat eine unfreundliche Begegnung erlebt. Viele Menschen haben uns dagegen geholfen. In besonderer Erinnerung habe ich eine evangelische Bäuerin, die einer Judenfamilie beigestanden hatte, und ein in der Nazizeit verfolgtes Ehepaar.

Ab Oktober 1946 konnte ich nach eineinhalb Jahren wieder eine Schule besuchen. Vom Direktor und seinem Stellvertreter der Oberschule in Haßfurt wurde ich wohlwollend gefördert. Die Mitschüler haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Das Abitur habe ich 1949 an der Oberrealschule Bamberg abgelegt. Mit meinen Mitschülern entstanden lebenslange Freundschaften.

1949 war ich einer der 60 Glücklichen von 360 Bewerbern, die nach einem Kolloquium in Würzburg zum Medizinstudium zugelassen wurden. Staatsexamen und Promotion absolvierte ich 1955. Weiterbildung zum Internisten, Habilitation und Ernennung zum außerplanmäßigen Professor folgten bis 1973. Als Chefarzt der Inneren Abteilung der Missionsärztlichen Klinik und akademischer Lehrer fand ich eine hohe berufliche Befriedigung.

Seit 1995 bin ich im Ruhestand. Mit meiner Frau genieße ich es, in dieser schönen Stadt leben zu dürfen. Ich bin fassungslos, wenn ich an die Ruinen denke, die ich 1947 gesehen habe. Ich denke mit Respekt an die Trümmerfrauen, die den Schutt von den Straßen geräumt haben. Ich bin voller Bewunderung, wie schön unser Würzburg wieder geworden ist. Ich freue mich, dass ich bei diesem Wiedererwachen unserer Stadt dabei war.

1956 haben meine Frau und ich geheiratet. Vier Kinder, vier Schwiegerkinder (immer noch dieselben), elf Enkel, fünf Schwiegerenkel und zehn Urenkel: das ist heute unsere Familie. Meine Frau und ich danken demütig für das Leben, das uns geschenkt wurde. Wir hoffen, es noch eine Weile gemeinsam erleben zu dürfen. Die Definition der Weile müssen wir dem Herrgott überlassen.“

Gerne hat sich Prof. Dr. med. Werner Strik als Zeitzeuge zur Verfügung gestellt und die Zuhörer von seiner Versöhnungsbereitschaft angesteckt. Wir danken ihm für seine zwölfjährige aktive Zugehörigkeit zum Diözesanvorstand. Acht Jahre davon vertrat er als Delegierter den Diözesanverband Ackermann-Gemeinde Würzburg bei den Hauptversammlungen unseres Bundesverbandes. Ebenfalls für acht Jahre wurde er, auf unseren Vorschlag hin, als Persönlichkeit in den Würzburger Diözesanrat gewählt. Hier hat er nicht nur unsere Interessen vertreten, sondern bei medizinischen Fragestellungen sein kompetentes Wort erhoben. Als Vertreter im Drei-Länder-Ausschuss „Deutschland – Tschechien – Slowakei“ der Rotarier hat er sich für konkrete Projekte in seiner alten Heimat engagiert.

Zwei Ereignisse, bei denen er besonders beteiligt war, will ich noch hervorheben.

  • Bei der Seligsprechung seines Landsmannes P. Engelmar Unzeitig CMM am 24.09.2016 in Würzburg hat er sich im Vorfeld sehr dafür eingesetzt, dass sich tschechische Gläubige aus Greifendorf, dem heutigen Hradec nad Svitavou und ehemalige deutsche Bewohner gemeinsam an der Feier beteiligen.
  • Bei der Pilgerfahrt „Auf den Spuren von P. Engelmar Unzeitig“ vom 18. – 21.09.2014 hat er uns liebevoll seine alte Heimat vorgestellt. Auch konnten wir uns aus erster Hand von der Versöhnungsarbeit des Ehepaars Strik dort überzeugen.

Wir werden ihn gerne in Erinnerung behalten. Möge er in Frieden ruhen.

Hans-Peter Dörr

Fotos: Prof. Dr. Martin Strik

In Zeiten wie diesen rücken Orte in den Kirchen in den Mittelpunkt, die sonst eher an der Peripherie zu finden sind.

Zu Beginn der Sommerpause haben wir auch in diesem Jahr, wenn auch unter Abstand und mit Desinfektionsmittel, den Gemeinschaftsgottesdienst bei der Bruder-Klaus-Kapelle in Euerfeld gefeiert.

Noch am Donnerstag, 12.11.2020, besuchte Joachim zusammen mit seinem Cousin Franz Neumann im Anschluss an den jährlichen Augenarzttermin das Büro der Ackermann-Gemeinde im Kilianshaus.

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