Ackermann Gemeinde Würzburg

Nach dem Totengedenken und der Kranzniederlegung durch OB Schuchardt am Hauptfriedhof Würzburg am 16. März 2020 wurde der Ackermann-Gemeinde Würzburg das Wandernagelkreuz sowie die Versöhnungsstatue für ein Jahr überreicht.

Auf die Frage von Frau Dr. Elisabeth Peper von der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg, was die Übernahme des Wandernagelkreuzes und der Versöhnungsstatue für die Ackermann-Gemeinde bedeutet, antwortete der Diözesanvorsitzende, Herr Hans-Peter Dörr:

"Wir erhalten diese beiden Versöhnungszeichen in unruhigen Zeiten. Wie hatten wir uns z. B. doch an die Reisefreiheit innerhalb der EU gewöhnt. Das Corona-Virus baut wieder Schutzmauern zwischen den Staaten auf. Gerne hätte ich heute an dieser Stelle Gäste aus unserem Nachbarland Tschechien begrüßt: Bischof Tomaš Holub, Borromäerinnen aus Prag und Prachatitz und schließlich die Spitze unserer Schwesterorganisation, der Sdružení Ackermann-Gemeinde, aus Prag. Ihnen allen wurde ein Kommen verwehrt. Dennoch werden wir ihre Worte auf dem anschließenden 'Weg der Versöhnung' zu Gehör bringen. Sie sind in Gedanken und im Gebet mit uns vereint. Wir sind der ökumenischen Nagelkreuzinitiative dankbar für das Vertrauen, das sie mit der Übergabe dieser Zeichen in uns gesetzt haben. Wir sehen darin eine Ermutigung für uns, die schon von unseren Gründervätern bekommene Versöhnungsarbeit mit unseren tschechischen Nachbarn fortzusetzen. Diese Zeichen der Versöhnung und Erinnerung wird die Ackermann-Gemeinde bei möglichst vielen Gelegenheiten bei uns in Würzburg und in Tschechien zu den Menschen bringen. Wir gedenken in diesem Jahr nicht nur der 75 Jahre Zerstörung Würzburgs, sondern auch 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs und 80 Jahre der Zerstörung Conventrys. Anfang nächsten Jahres begehen wir den 75. Gründungstag der Ackermann-Gemeinde. Dies sind alles Ereignisse, die uns in der Fortsetzung unserer Versöhnungsarbeit bestärken."

 Anschließend machten sich ca. 30 Personen auf den "Weg der Versöhnung" mit vier Stationen durch die Innenstadt und erklärten jeweils, warum sie gerade dort Halt machten. 

Station "Gedenkstätte der Trautenauer am Kriegerdenkmal im Husarenwäldchen": Wir sind soeben am Kriegerdenkmal vorbeigekommen und machen Halt an der Gedenkstätte der Trautenauer. Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei kamen viele Trautenauer mit dem Transport – mehr zufällig – nach Würzburg. Die Stadt Würzburg übernahm deshalb 1956 die Patenschaft über die Menschen aus der Stadt und dem Kreis Trautenau. Seit 2008 gibt es mit dem heutigen Trutnov eine Partnerschaft.

Station "Ehrenhof der Residenz": Unter der Leitung des Baumeisters Balthasar Neumann aus Eger in Böhmen, dem heutigen Cheb, wurde vor 300 Jahren der Grundstein der Würzburger Residenz gelegt. Wir haben uns im Ehrenhof versammelt, wo man am 10. März 1933 erstmals in Würzburg Bücher unliebsamer Autoren verbrannt hatte. Damals ahnte keiner, dass diese Untat als Fanal vorwegnahm, was – fast auf den Tag genau – zwölf Jahre später geschah: die Residenz selbst wurde vor 75 Jahren ein Raub der Flammen. Nach dem Wiederaufbau gehört sie seit dem 30. Oktober 1981 zum Kreis der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten.

Station "Versöhnungsdenkmal Wilhelm-Schwinn-Platz (Vorplatz St. Stephan)": Wir befinden uns hier beim „Denkmal der Versöhnung“, wo seit 2002 Mosaiktafeln in verschiedenen Sprachen, auch auf Tschechisch, zur Versöhnung mahnen. Die Stephanskirche ist die evangelische Dekanatskirche und der Sitz der ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg e.V.

Station "Jugendkirche im Kilianeum – Haus der Jugend": Hier im Kilianeum trifft sich nebenan regelmäßig der Diözesanvorstand der Ackermann-Gemeinde zu seinen Beratungen und Planungen. Das Kilianeum ist das Zentrum der katholischen Jugendarbeit, ein Ort der Begegnung von Menschen und der Planung kirchlichen Lebens. Die Jugendkirche ist ihr spirituelles Zentrum. Die Jugend ist die Zukunft Europas.

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