Ackermann Gemeinde Würzburg

Vor 50 Jahren, am 13. September 1969, ernannte der damalige Würzburger Bischof Dr. Josef Stangl die Wallfahrtskirche in Retzbach zum Gebetsort für die Einheit der Christen.

Am 28.09.2019 kamen zur Wallfahrt der Aussiedler und Vertriebenen rund 120 Gläubige aus den Regionen Aschaffenburg, Bad Kissingen, Schweinfurt und Würzburg, um an dieser Jubiläumswallfahrt teilzunehmen.

Nach Einstimmung und Begrüßung der Wallfahrer in der Kirche St. Michael in Thüngersheim durch die Gemeindereferentin Michaela Knüpfel und Pfr. Otto Barth - als Stellvertreter für den erkrankten Aussiedler- und Vertriebenenseelsorger Pfr. Adam Possmayer - machten wir uns auf den Weg durch die Weinberge. Meditationstexte, vorgetragen von Martina Bachmann und Sebastian Zgraja, das Gebet des Franziskus-Rosenkranzes sowie die Wallfahrtslieder - unterstützt von der Blaskapelle Gropp - begleiteten unseren Weg.

An den Stationen „Christus in der Kelter", „ St. Michael" und „St. Urban" machten wir Halt und von den Lektoren Winfried Gerber, Albina Baumann und Christa Ullmann wurden Meditations- und Gebetsimpulse gelesen. An der Kolpingkapelle in Retzbach, der vierten Station, erinnerte Pfr. Barth an die Heiligen der Heimatländer und hob sie als Vorbilder unseres Glaubens hervor. In diesem Jahr wurde im Besonderen der Hl. Edith Stein/Sr. Theresia Bendedicta vom Kreuz gedacht, die am 1. Oktober 1999 von Papst Johannes Paul II. zur Mitpatronin Europas ernannt wurde. Aussiedler und Heimatvertriebene übernahmen hier die Reliquien des Hl. Johannes Nepomuk und der Hl. Hedwig sowie Bilder von anderen Heiligen der Heimatländer und trugen sie bis zur Wallahrtskirche.

Mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich" zogen die Fußwallfahrer in die Wallfahrtskirche ein, wo sie von Pfarrvikar Thomas Wollbeck schon erwartet und herzlich begrüßt wurden. Auf dem Altar der Heimat brannten bereits die Kerzen der Landsmannschaften. Pfr. Otto Barth und Msgr. Karlheinz Frühmorgen boten reichlich Beichtgelegenheit an.

Anschließend konnten sich sowohl Fuß- als auch Buswallfahrer im Kolpingheim vom Team um Veronika Hessdörfer bewirten lassen.

Der Einzug zum Gottesdienst in die Wallfahrtskirche um 18.00 Uhr mit dem Hauptzelebranten Msgr. Pintíř - dem früheren langjährigen Generalvikar von Budweis (Tschechien) - den Konzelebranten, den Fahnen-und Trachtenträgern und den Ministranten war durch die musikalische Begleitung der Blaskapelle und den Orgelklängen sehr feierlich.

Ausgehend vom Gleichnis Jesu aus dem Evangelium nach Lukas (18, 19-31) vom reichen Mann und dem armen Lazarus und der Lesung aus dem Propheten Amos (6, 1a. 4-7) sprach Msgr. Pintíř in seiner Predigt über Gegensätze und Spaltungen, wie sie in unserer Welt, aber auch zwischen den Menschen untereinander und im Innersten des Menschen selbst zum Ausdruck kommen: Armut, Hunger, Not, Krankheit, Einsamkeit, Unterdrückung, Bescheidenheit u.a. auf der einen Seite sowie Reichtum, Stolz, Hochmut, Egoismus, Kampf u.a. auf der anderen. Dabei erinnerte er daran, dass und wie die Ackermann-Gemeinde aus dem „reichen Deutschland" die „arme Kirche im Osten" während der kommunistischen Zeit und besonders nach der Wende unterstützt hat, wofür er von Herzen DANKE sagte.

Mit großer Freude habe er diese „echt fränkische Fußwallfahrt" durch die Weinberge erlebt; er sei innerlich tief bewegt von der frohen Atmosphäre, der geistliche Gestaltung, dem Singen und Beten so Vieler. So benannte er die Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal" um in „Maria im Himmel" - so schön sei es hier!

Er nahm Bezug zu der Station „Christus in der Kelter" und verglich den hier eingepressten Christus mit dem, der unter die Last des Kreuzes gedrückt, den Kreuzestod erlitt. Letztlich aber durch seine Auferstehung die frohe Botschaft in unsere gespaltene Welt gebracht hat. Angelehnt an den ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus, der zweiten Tageslesung, ermutigte er die Gläubigen den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen.

An den Wallfahrtsgottesdienst schloss sich die eindrucksvolle Lichterprozession an, die ihren Abschluss auf dem Wallfahrtsplatz fand. Hier wurden die Pilger mit einem Segen verabschiedet.

Frau Martina Bachmann, die stellvertretende Vorsitzende der Ackermann-Gemeinde, bedankte sich bei allen Pilgern für ihr Kommen und bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrt mitgeholfen haben.

Helene Zwick-Schestak

 

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