Ackermann Gemeinde Würzburg

Acht Jahre durfte das Büro der Ackermann-Gemeinde Würzburg jeden September ein neues Ankömmling herzlich willkommen heißen. Es waren die Europäischen Freiwilligen aus Tschechien, welche bei uns für ein Jahr unter der freundlichen Unterstützung der Europäischen Union die deutsche, aber auch die eigene Kultur kennenlernten.

Diesmal kann man allerdings kein neues Gesicht im Büro erblicken: aufgrund von den internen Veränderungen im Bischöflichen Ordinariat sowie in der Verwaltung des Europäischen Freiwilligendienstes selbst und dem Corona-Virus mussten wir die schwierige Entscheidung treffen, das Angebot, ein freiwilliges Jahr in Würzburg zu verbringen, einzustellen.

Acht Jahre – acht junge Frauen. Zufälligerweise griff nie ein Junge dazwischen ein. 2012 war der Startschuss für den Europäischen Freiwilligendienst in Würzburg. Sowohl die Freiwillige Veronika Tomsová, als auch die Mitglieder der Ackermann-Gemeinde, vor allem ihre BetreuerInnen und BegleiterInnen, mussten sich gegenseitig sowie ihre Pflichten und Rechte zunächst kennenlernen. Aufgrund der Aufgeschlossenheit auf beiden Seiten, der Neugier und des Willens, etwas zu unternehmen und entstehen zu lassen, wurde das erste Jahr zu einem bereichernden Ereignis, welches immer noch seine Früchte trägt, denn diese erste Freiwillige blieb auch weiterhin der Ackermann-Gemeinde erhalten; zunächst als Tutorin für ihre Nachfolgerinnen, später auch als Mitglied des Diözesanvorstandes.

Wenn das erste Jahr von einer zierlichen, schwarzhaarigen geprägt wurde, war das zweite im Zeichen der großen, blonden Michala Kroutilová. Sie brachte eine gewisse Ruhe und Regelmäßigkeit in das im vorigen Jahr erschaffene Format des Freiwilligendienstes hinein. Nach ihrem Aufenthalt kehrte sie wieder nach Tschechien, wo sie ihre Familie gründete.

Marie Nálepová sprang in ihre Tätigkeit bei der Ackermann-Gemeinde Würzburg mit beiden Beinen hinein. Mit Scharfsinn, Humor und Erfahrungen aus dem politischen Leben Deutschlands – sie war für mehrere Monate Stipendiatin im Deutschen Bundestag – belebte und bereicherte sie unsere Aktivitäten in dieser Richtung. Wieder in ihrem Heimatland fand sie in die Sdružení Ackermann-Gemeinde, wo sie als Tutorin die dortigen deutschen Freiwilligen begleitet. Ihr lebhaftes Wesen und freundliche Natur führen Marie erfreulicherweise immer wieder nach Würzburg zurück.

Die erste Hälfte der gesamten Laufzeit wurde von Kateřina Farská vervollständigt. Vor allem musikalisch-internationale Veranstaltungen, z. B. eine deutsch-tschechische Chorbegegnung - organisiert von Iva Slancová- , boten ihr ein breites Feld an Betätigungen an. Aktiv mitzumachen und mit hellen Augen die Tatsachen zu sehen – das tat Katka mit Leichtigkeit, welche wir gerne genossen.

Anežka Holubová – seit neulich allerdings Hrdá mit Nachnamen – erwischte gleich zum Anfang ihres Freiwilligenjahres eine herausfordernde Veranstaltung und zwar die Seligsprechung des Paters Engelmar Unzeitig CMM. Das Beispiel des kirchlichen Lebens par exellence führte sie in ihren Aufenthalt ein. Anežka musste den ganzen Eindrücken aber nicht alleine entgegenstehen, denn zur Freude aller Beteiligten kamen auch die ehemaligen Freiwilligen Marie und Katka zu diesem Ereigniss. Neben ihrer fröhlichen Art bleibt mir persönlich vor allem unser Backmarathon am Vorabend des ersten Würzburger Ehrenamtstages in Erinnerung: im Vergleich zu den fünf Stunden am Backofen waren die böhmischen Kolatschen im Nu vergriffen.

Das imaginäre Zepter der Freiwilligen reichte Anežka an Anna Jeřábková weiter. Es kam mit ihr eine junge Frau zu uns, die sich vor unseren Augen entwickelte und sich bestens in ihren Tätigkeiten zurechtfand. Mit neugierigen, wissensbegehrenden Augen betrachtete sie alles Neue und war immer bereit, eine helfende Hand zu reichen.

Im September 2018 ließ Dominika Krejčová einen neuen Wind ins Büro und die Aktivitäten der Ackermann-Gemeinde Würzburg wehen. Ihre ungebundene, kreative Art setzte sie in den eigen ausgedachten Veranstaltungen um: einmal zu Weihnachten, das andere Mal zu Ostern. Beide Male stellte sie den InteressentInnenen die tschechischen Bräuche zu den jeweiligen Feiertagen vor.

Das achte Jahr – das Jahr von Kateřina Vlková – fing wie jedes andere an. Unsere Planungen liefen wie immer und wir freuten uns, Katka in sie richtig einzubinden. Dann, im Frühjahr 2020, machte das Virus-Corona eine Zäsur in dem Leben der Menschen. Durch die Lockdowns und zeitweise geschlossenen Grenzen zwischen Deutschland und Tschechien wurde das Freiwilligenjahr von Katka abenteuerlicher, als wir uns wünschten. Trotzdem hielten wir alle durch und führten es unter den geänderten Umständen weiter. Nach dem Abschließen des Europäischen Freiwilligendienstes entschied sich Katka weiterhin in Würzburg zu bleiben und wir freuen uns, dass sie auch mit uns in Kontakt bleibt.

Acht Jahre – acht unterschiedliche Frauen, welche unsere Leben und Wahrnehmungsweise einzigartig bereicherten. Der Europäische Freiwilligendienst war für uns eine wundervolle Erfahrung und wir sind sehr froh, dass wir mit den meisten Freiwilligen immer im Kontakt sind und dass uns die Wege auch immer wieder zusammenführen! Vielen Dank für die fantastischen Jahre und Begegnungen.

Veronika Tomsova, Tutorin

­