Ackermann Gemeinde Würzburg

Wegen der Corona-Pandemie mussten auch wir von der Ackermann-Gemeinde schon einige Veranstaltungen absagen und Begegnungen ausfallen lassen. Auch öffentliche Gottesdienste waren auf staatliche Anordnung hin untersagt. Nur Gottesdienste im kleinen Kreis waren auf kirchliche Weisung hin gestattet.

Der Termin für den Gemeinschaftsgottesdienst der Ackermann-Gemeinde, der für Freitag, 24. April 2020, - wie üblich in der Kiliansgruft des Neumünsters in Würzburg - geplant war, rückte immer näher. Sollten wir auch diesen für unsere Gemeinschaft so wichtigen Termin verfallen lassen?

Pfarrer Adam Possmayer, der diesen Gottesdienst übernommen hatte, kam nun auf die Idee, diesen Gemeinschaftsgottesdienst in seine Pfarrkirche St. Ludwig nach Marktbreit zu verlegen. Dort hatte er bereits die Abstandsregeln und Hygienevorschriften für Gottesdienste in seiner Pfarrgemeinde vorgesehen. Stellvertretend für die sonstigen Teilnehmer an den Gemeinschaftsgottesdiensten durften Martina Bachmann, meine Frau und ich an diesem Gottesdienst teilnehmen.

Die Lesungstexte hat Pfarrer Possmayer vom Tag genommen. Die Lesung aus der Apostelgeschichte 5,34-42 hat Martina Bachmann übernommen. Die Stelle aus dem Evangelium Joh 6,1-15 verkündete uns Pfarrer Possmayer und legte sie aus. Ganz individuell hatte er die Fürbitten formuliert, die Hildegard Dörr vortrug.

„1. Für unsere Ackermann-Gemeinde und für alle Mitglieder in den Landsmannschaften der Aussiedler und Vertriebenen: Lass das Vorbild Christi uns immer wieder neu und besonders jetzt, in dieser Zeit der Pandemie, Maß und Richtschnur sein.
2. Wir beten für alle Menschen, die ihr Leben ohne Beziehung zu dir gestalten, die von dir nichts mehr erwarten: Lass sie erkennen, dass ein lebendiger Glaube sie bereichern und ihnen Hoffnung schenken kann, die über dieses Leben hinausreicht.
3. Für die Kirche bei uns und in den Herkunftsländern unserer Aussiedler und Vertriebenen: Schenke ihr den Geist, dass sie deine liebende Nähe und befreiende Botschaft verkünden und leben kann.
4. Für die Politiker und Verantwortlichen bei allen Völkern der Erde: Stärke sie in ihrem Bemühen um Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Bewahrung der Schöpfung und schenke allen, die Wege eingeschlagen haben, die den Menschen schaden, Einsicht und Umkehr.
5. Für alle unsere Lieben, mit denen wir das Leben geteilt haben und die jetzt nicht mehr unter uns sind: Wir gedenken heute besonders der Verstorbenen der Ackermann-Gemeinde, die Gott, der Herr, in den letzten Monaten in sein ewiges Reich gerufen hat: Lass sie und alle Verstorbenen bei dir geborgen sein.“

Für jeden der namentlich vorgetragenen Verstorbenen entzündete Pfarrer Possmayer ein Teelicht auf dem Altar:

  • Burkard Zürrlein, der Neffe von Msgr. Frühmorgen
  • Karl-Heinz Utschig, der Vater von ehemals in der Jungen Aktion verantwortlichen Kindern
  • Hans Zeckel, ein langjähriges Mitglied im Diözesanvorstand der Ackermann-Gemeinde und Vertreter im Dekanatsrat Würzburg Stadt
  • Pfarrer Markus Goller, dem Geistlichen Beirat der Ackermann-Gemeinde im Erzbistum Bamberg
  • Pfarrvikar Zbigniew Jan Gulbicki, dem langjährigen Geistlichen Beirat des Sachausschusses „Nachbarschaft-Partnerschaft-Integration“ im Diözesanrat.

Der Gottesdienst war geprägt durch österliche Lieder, die an der Orgel von Frau Fröhlich vorgetragen wurden. Zur Einführung erklärte ich das Wandernagelkreuz, das der Ackermann-Gemeinde am 16. März 2020 übergeben wurde und für ein Jahr anvertraut ist. Während des Gottesdienstes stand es vor dem Altar neben einer Figur des auferstandenen Christus. Nach der Kommunion trug ich das Versöhnungsgebet von Coventry vor. Die Anwesenden bestärkten die jeweilige Aussage mit den Worten „Vater, vergib“.

Wir bedankten uns ganz herzlich – mit dem nötigen Abstand – von Pfarrer Possmayer. Wir hoffen, dass wir den nächsten Gemeinschaftsgottesdienst in größerer Zahl wieder gemeinsam feiern können.

Hans-Peter Dörr

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