Ackermann Gemeinde Würzburg

Zur gleichen Zeit wie traditionell in Prag, so feierte auch die AG Würzburg am Abend des 15. Mai den Gedenktag des Hl. Johannes von Nepomuk.

Die „Beziehung“ zu Prag war bei diesem Gottesdienst in der Neumünsterkirche gleich dreifach: zur Zeit und zum Brückenheiligen kam der Festprediger der Liturgie: P. Dr. Martin Leitgöb, Redemptorist und Pfarrer der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen. Denn er war bis vor kurzem der Seelsorger der deutschsprachigen Pfarrei in Prag, deren Zentrum eine der ältesten Nepomuk-Kirchen überhaupt ist, St. Johann Nepomuk am Felsen.

In seiner Predigt zitierte Leitgöb aus dem Gedicht „Es blüht hinter uns her“ der jüdischen Dichterin Hilde Domin. Trotz Scheitern, Schmerz oder Trauer - das Leben Domins war reich an alledem - beendet sie dieses Gedicht mit diesen Worten der Ermutigung und unzerstörbaren Hoffnung: „Wer sich anstecken lässt vom Leitstern der Sehnsucht, wer den ersten Schritt in die Zukunft wagt, dem ist gesagt: Fürchte dich nicht, es blüht hinter uns her.“

Unter diesem Gedanken zog Leitgöb Parallelen zu Johannes Nepomuk: in allen Herausforderungen und Bedrängnissen seines Lebens war er angesteckt von einem „Leitstern“, vom Licht der Welt Jesus Christus. In dessen Kraft kannte er keine Furcht, weder vor König noch Martyrium. Und seit seinem Tod, der das Tun und Andenken dieses treuen Zeugen Christi auslöschen sollte, da blüht es vielfältig hinter ihm her: Menschen kamen zum Glauben - seine Verehrung breitete sich über den ganzen Erdball aus - er bringt auch heute Menschen unterschiedlichster Nationen wie eine „Brücke“ zueinander - Menschen finden Ermutigung durch sein Vorbild in den Bedrängnissen ihrer Zeit. Leitgöb erinnerte - im Blick auf deren 100. Geburtstag am 9. Mai - an Sophie Scholl als Beispiel für
jemand, der wie Nepomuk durch ihr Angesteckt-Sein vom Geist christlicher Ethik Widerstand leistete gegen die verbrecherischen Mächtigen ihrer Zeit.

Wegen der Corona-Beschränkungen mußte - wie bereits 2020 - die Lichterprozession zur Statue des Heiligen auf der Alten Mainbrücke entfallen. Stattdessen beendete die Feier eine Statio an der barocken Nepomuk-Figur im Hochchor der Kirche mit Litanei und Nepomuk-Gesängen.

Bericht: Pfr. Klaus Oehrlein
Foto: Kateřina Vlková, Veronika Tomsova

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